Kategorie-Archiv: Allgemein

VKSI-Magazin #10 – „Agilität versus Architektur“

VKSIMagazin_10_1Im 10. VKSI-Magazin nimmt wie immer das Thema Softwarequalität eine große Rolle ein. Weitere Highlights aus dem Inhalt: Karlsruher Entwicklertag 2014: „Heimvorteil – Softwarequalität aus Deutschland“. Software-Sicherheit und Qualität, Wibu-Systems feiert 25 jähriges Jubiläum, Gründer Oliver Winzenried spricht im Interview über Softwareschutz und Lizenzierung. Im „ Karlsruher Softwaregespräch“ diskutieren Professor Ralf Reussner, Christian Popp und Matthias Grund unter dem Titel „Agilität versus Architektur“. Matthias Hornberger, Vorstandsvorsitzende rdes Cyberforums, würdigt in seiner aktuellen Kolumne „Cybertrends“ Karlsruhes herausragende Reputation als IKT-Region. Wie man subjektive Urteile quantifizierbar macht, beschreibt Jan-Hendrik Spieth von der Audials AG im Artikel „Usability-Qualität messen“. Das CyberForum stellt „Seminaut“, sein neues Format für die Weiterbildung vor. Außerdem haben wir eine große Anzahl interessanter Stellenanzeigen veröffentlicht.

Global-regional-digital: Das Radio als Smartphone-Medium

Nach wie vor wird in Deutschland sehr viel Radio gehört, zunehmend auch über das Internet. Die schon gar nicht mehr so neuen Streaming-Angebote existieren nebenher und die Hörer-Bindung zu den lokalen Sendern scheint noch intakt. Das wird nur durch hohen Arbeitseinsatz der Hörfunk-Journa­listinnen und -Journalisten ermöglicht. Wer heute Radio macht, macht auch Internet und twittert und postet. Denn so geht Hörer-Bindung heute.

Die Radionutzung in Deutschland hat sich nach einem leichten Anstieg auf einem hohen Niveau eingependelt. Nach wie vor hört fast jeder in Deutschland werktags Radio – und dabei bleiben die Hörer eines Senders ihm mehr als vier Stunden lang treu (249 Minuten) wie Messungen der agma, Arbeitsgemein­schaft Mediaanalyse e.V. aus Frankfurt, zeigen. Der Mittelwert, also die durch­schnittliche Hördauer aller Bundesbür­ger wächst wieder um eine Minute, auf drei Stunden und 19 Minuten. Somit ist das Radio „das einzige klassische Me­dium, das trotz der zunehmenden me­dialen Konkurrenz auch in jungen Zielgruppen unverändert – oder sogar noch etwas stärker – genutzt wird“, sagte dazu Dieter K. Müller, Vorstand Radio der agma.

Insgesamt gibt es mehr als 390 Radio­sender in Deutschland. Davon sind 230 private und 63 öffentlich-rechtliche Ra­dioprogramme. Laut ma 2014 Radio II sind Radio NRW, Antenne Bayern und SWR 3 bundesweit die reichweiten-stärksten Radioprogramme.

Zu den beliebtesten Musikrichtungen im Radio zählen laut einer WDR-Erhebung Hits der 1990er und 2000er Jahre, die Charts von heute und Techno. Insofern bleibt auch in Baden-Württemberg SWR 3 die klare Nummer eins. Ebenfalls deutlich gewonnen hat der Jugendsender „Das Ding“: Mit einem Zuwachs von 19,9 Prozent verbesserte man sich auf 283.000 Hörer und Platz 9. Nach unten ging es hingegen für die größten Priva­ten: Antenne 1 und Radio Regenbogen.

Dabei ist das Internet ein zunehmend wichtiger Verbreitungsweg für das Radio. Gleichzeitig bekommen die Radiosender durch den Streaming-Markt eine ganz neue Konkurrenz.

Nicht nur Spotify, iTunes oder das Apple Radio, sondern auch Plattenfirmen stel­len ihre Angebote zur Verfügung. Dies veranlasst nun 140 private Radiosender aus Deutschland, ihr eigenes Streaming-Portal unter dem Namen Radioplayer aufzubauen, Vorbild ist der UK Player in Großbritannien. Verschiedene Software­entwicklungen und Apps stellen die Bri­ten dem Non-Profit Projekt zur Verfügung. Ein wichtiger Aspekt dieser Initiative: Bislang werden ihre Inhalte von Anbietern wie Radio.de oder Pho­nostar vermarktet, mit ihrem eigenen Stream in Dienst, der auch Podcasts be­inhalten soll, würden sie die digitale Ver­breitung ihrer Inhalte wieder unter eigener Regie bringen.

Aufstehn und Anschalten

Das alles mag schön und gut sein. Hat aber Radio nicht vor allem etwas damit zu tun, aufzustehen und den Knopf zu drehen oder auch auf dem Weg zur Ar­beit das Autoradio einzuschalten? Unter den aktuellen Wettbewerbsbedingungen wird diese tradierte Form des Radiohö­rens wohl eines Tages verschwinden. Das digitale Radio hat ein Modell, dem ge­genzusteuern. Es will durch „nahtlosen Empfang“ eines Senders die Hörertreue befördern: Der Sender, den man zum Frühstück eingeschaltet hatte, wird auch mit dem Autoradio weitergehört – auch wenn man das Empfangsgebiet verlässt – und steigt man man aus dem Auto aus er­reicht einen der Sender über das Smart-phone. So soll die Zukunft aussehen.

Aktuell wird Radio in Deutschland noch vor allem über die Geräteantenne gehört. Auch bringen diese technischen Voraus­setzungen eine gewisse Trägheit mit sich und sorgen für Hörertreue durch vorein-gestellte Sender und regionale Verfüg­barkeit. „Die meisten Hörer kommen immer noch über die normalen Wege wie die UKW-Frequenz oder das Kabel­netz“, sagt Simon Jägersberger, Modera­tor beim Ortenau-Hit-Radio OHR.

Das Internet sei im Moment für regio­nale oder von der Region abhängige Sen­der kein so großer Wettbewerbsfaktor: Natürlich nutzten viele dieser Hörer dann auch den Online-Stream, zum Bei­spiel an ihrem PC. Sehr viele Internet-Hörer seien aber Menschen, die früher mal in der Region des Senders gewohnt haben und weggezogen sind. Sie nutzen den Online-Stream, um über die alte Heimat auf dem Laufenden zu bleiben.

UKW verliert, wenn auch auf hohem Niveau

Dieser Eindruck wird von den aktuellen Zahlen bestätigt: UKW verliert, wenn auch auf hohem Niveau. War UKW 2013 noch für 78,6 Prozent der domi­nierende Verbreitungsweg, sank die Zahl 2014 auf 75,1 Prozent. Auch hier legten Internetradio (von 6,2 auf 9 Pro­zent) und DAB/DAB+ (von 0,5 auf 1,1 Prozent) zu. Laut den Zahlen von Teltarif. hat UKW vor allem bei jüngeren Nutzern und Hörern mittleren Alters verloren: Während die 14- bis 29­jährigen hier eher auf Internetradio um­gestiegen sind, konnte DAB/DAB+ vor allem bei 30- bis 39-jährigen zulasten der klassischen UKW-Verbreitung zu­legen.

Aus der Digitalisierung erwachsen unge­heuer viele Möglichkeiten für die Radio­sender, doch die schleichende Veränderung der Gewohnheiten birgt auch Risiken: Die Hörerinnen und Hörer haben mit ihrem Smartphone nicht ein­fach ein zusätzliches Empfangsgerät in der Hosentasche, sondern einen Strauß von Möglichkeiten, in dem das her­kömmliche Radio nur ein Angebot unter vielen ist und lernen muss, sich zu be­haupten.

Beliebte Musik-Streaming-Dienste sor­gen für unkomplizierte Hinter­grundmusik im bevorzugten Genre und dazu wird einfach das Smartphone an einen Verstärker angeschlossen. Und so hat sich der Wettbewerb massiv geändert. Radiosender konkurrieren nicht mehr mit dem Sender, der eine 10-Grad-Drehung am Frequenzknopf entfernt ist, sondern mit spezialisierten Pro­grammen. Und alle zusammen kon­kurrieren im Internet. Man kann via Internet Tausende von Radioprogram­men empfangen: Salsa direkt aus Havanna, Jazz direkt aus New Orleans, Blues direkt aus Chicago … Für jeden Wunsch gibt es spezialisierte, kompe­tente Sender.

Doch Radio ist weit mehr als nur Musik­sendungen. Und neue Medien haben schon immer die alten Medien an den Rand gedrängt. In den 1920er Jahren bewirkte das Radio, dass Zeitungen nur noch einmal pro Tag und nicht mehr, wie bis dahin üblich, mit mehre­ren Ausgaben täglich erschienen. Seine Nachrichten konnten direkt „in den Äther“ gesprochen werden und mussten nicht mehr gedruckt und ver­teilt werden.

Kontinuierlicher Informationsstrom und schneller Austausch

Heute hat das Internet die stündlichen, getakteten Nachrichten zu einem flexi­blen und kontinuierlichen Strom von Informationen  verwandelt.   Seine Verfügbarkeit rund um die Uhr hat un­sere Ansprüche erhöht und unsere Ge­duld nicht vergrößert.

Dazu kommt, dass Informationen aus den unterschiedlichsten Kanälen auf uns hereinprasseln. Ob man sich nun für eine stündlich dosierte Nachrichtentaktung aus dem Radio, eine Information-on-de-mand Lösung via Internet, das klassische Modell mit Zeitung morgens, Tagesschau abends entscheidet oder darauf wartet, dass die Social Media einem die relevan­ten Nachrichten auf das Mobiltelefon pushen, eines haben alle gemeinsam: Jede und jeder verlässt sich auf Journa­listen, die das Weltgeschehen und die lo­kalen Nachrichten für das jeweilige Medium aufbereiten, sortieren und ein­ordnen – egal ob sie sonst Hörfunk, Fernsehen oder Zeitung machen.

Zusätzlich werden diese Angebote nicht als Einbahnstraße konzipiert, sondern verlangen auch Reaktionen und Aus­tausch mit den Hörerinnen und Hörern. Für den 34-jährigen Jägersberger vom Ortenau-Hit-Radio spielen die Social Media-Angebote eine zentrale Rolle. Vor allem Facebook sei ein gutes Mittel, um mit den Hörern und ’Fans‘ in Kontakt zu kommen und zu bleiben. „Daraus erge­ben sich häufig Themen und man erfährt auch vieles über seine Hörer, weil eine di­rekte Kommunikation möglich ist. Das nutze ich häufig, um eine engere Bin­dung zum Hörer aufbauen zu können.“

Günther Laubis ist seit den frühen Neun­zigern beim SWR. Er arbeitet in ver­schiedenen Schichten, da er sowohl für SWR Info, für SWR3 und für SWR2 tätig ist. Beim Radio zu arbeiten war schon immer sein Traum, seit er als Jugendli­cher gemeinsam mit seinen Freunden die ersten Piratensender gemacht hat. Doch der Traumjob hat mit seinen wechseln­den Schichten auch eine Kehrseite, seine Freunde sagen: „Du arbeitest doch so­wieso immer.“

Auch für Laubis spielen die sozialen Me­dien eine große Rolle. „Für Twitter haben wir nun eine extra Redaktionsabteilung gegründet, in der sich zwei Kollegen aus­schließlich um relevante Twitter-Mel-dungen kümmern und unsere eigenen Tweets absetzen.“ Denn Redakteure heute hätten nicht mehr nur die täglich etwa 3.000 Agenturmeldungen und die Korrespondentenberichte im Blick, son­dern darüber hinaus auch das Hörer-Feedback und Twitter und Facebook. „Denn wer heute Nachrichtensendungen macht, muss wissen, was zu einem be stimmten Thema in den sozialen Medien diskutiert wird.“ Und so habe sich durch das Internet die tägliche Arbeit der Nach­richtenredakteure stark verändert, erläu­tert Laubis: „Bisher war es ihre Arbeit, Nachrichten für die nächste Sendung zu schreiben. Jetzt aber gibt es Twitter und Facebook und besonders wichtige Mel­dungen werden also nicht erst zur nächs­ten vollen Stunde recherchiert und geschrieben, sondern zusätzlich zeitnah, zielgruppengerecht und entsprechend der dort möglichen Form für Twitter und Facebook geschrieben und darüber aus­gespielt.“

Journalisten schaffen die beliebtesten Informationsquellen

Diese Sorgfalt wird belohnt. Die belieb­testen Informationsquellen im Internet sind laut einer Bitkom-Untersuchung Webseiten von Radio- und TV-Sendern. Die Hälfte der Internetnutzer (49 Pro­zent) greift darauf zurück, darunter am häufigsten Personen im Alter zwischen 14 und 29 Jahren (61 Prozent). Damit rangieren die Seiten von Radio und Fern­sehen noch vor den Webseiten von Ta­geszeitungen und politischen Magazinen, die von 42 Prozent bevorzugt konsultiert werden. Nach Laubis Ansicht bietet die Digitalisierung gewaltige Vorteile für den Hörfunk, das Problem sei nur, „dass wir für die zusätzliche Arbeit – aus meiner Sicht – dringend zusätzliche Fachkräfte brauchen. Was in Zeiten der sehr engen finanziellen Ressourcen sicher ein Pro­blem darstellt.“ Einer der großen Vorteile dagegen seien die Mediatheken. Ein gro­ßer Gewinn sei, dass sich die eigene Ar­beit nicht mehr so versendet. So kann jemand, der einer Sendung vielleicht nur mit halbem Ohr lauschen konnte, später noch mal alles im Detail nachhören und so wird auch die eigene Arbeit besser ge­würdigt. „In vielen Beiträgen steckt sehr viel Herzblut und es ist schade, wenn sie nur einmal laufen“, sagt Laubis und fügt an: „Ich fände es auch gut, wenn man die Nachrichten nicht nur nachhören, son­dern auch nachlesen könnte auf unserem Internetauftritt.“ Und auch Jägersberger schätzt die Podcasts, auch wenn sie sei­ner Ansicht nach im Lokalradio nicht so häufig genutzt würden wie vielleicht die Angebote überregionaler Anbieter. Aber trotzdem: „Häufig sind Podcasts eine Möglichkeit für Interviewpartner und deren Freunde und Bekannte, ihren Auf­tritt im Radio einfach noch mal nachzuhören.“

Im Mannheimer Technikmuseum „TECHNOSEUM“ entsteht eine der be­deutendsten Sammlungen zur Rund­funk- und Mediengeschichte. In Zukunft wird man sich in Mannheim vor den un­zähligen Radioempfängern retten müs­sen. Die Extra-Geräte braucht man nicht mehr, um Radio zu hören. Heute reicht der PC, das Tablet, das Smart-TV oder eben das Smartphone. Schön praktisch, dass man nur noch ein kleines Gerät braucht und damit sowohl Radio hören, fernsehen, Musik streamen, Briefe schrei­ben, Fotos sortieren, sein Aktiendepot verfolgen und Nachrichten twittern und posten kann. Und diese kleinen elektroni chen Geräte haben eine ungeheure Überzeugungskraft: Laut einer Bitkom-Untersuchung nutzt in Deutschland gut jeder Zweite ab 14 Jahren ein Smartphone (55 Prozent). Vor einem Jahr waren es erst 41 Prozent der Bevöl­kerung.

In Zukunft werden all die vielen ver­schiedenen Journalistinnen und Journa­listen von den unterschiedlichsten Medien mit den unterschiedlichsten Kompetenzen auf ein- und demselben handtellergroßen Bildschirm um die Aufmerksamkeit der Rezipienten kon­kurrieren und, wenn möglich, in Dialog mit ihnen treten. Wer wissen will, wie das weitergeht, für den hat der bekannte Me­dientheoretiker Marshall McLuhan einen Hinweis, den er schon lange vor der Ent­wicklung von Smartphones formuliert hat: „Wir formen unsere Werkzeuge, und dann formen die Werkzeuge uns.“ So oder so, wir haben es (im wahrsten Sinne) in der Hand.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blickpunkt 3-2014: Global-regional-digital — Das Radio als Smartphone-Medium

BP 3-2014Nach wie vor wird in Deutschland sehr viel Radio gehört, zunehmend auch über das Internet. Die schon gar nicht mehr so neuen Streaming-Angebote existieren nebenher und die Hörer-Bindung zu den lokalen Sendern scheint noch intakt. Das wird nur durch hohen Arbeitseinsatz der Hörfunk-Journalistinnen und -Journalisten ermöglicht. Wer heute Radio macht, macht auch Internet und twittert und postet. Denn so geht Hörer-Bindung heute. PDF

VKSI Magazin #11: Musik & Informatik

Das VKSI Magazin 11 im Januar 2015 widmet sich der Musik-Informatik an der Musikhochschule Karlsruhe. Dazu stellen wir in unserer Serie “Karlsruher Köpfe“ den Gründer des Instituts, Prof. Dr. Thomas A. Troge, vor. Im Interview mit Susann Mathis spricht er über Programmieren, Komponieren und Kreativität. Im „Karlsruher Softwaregespräch“ erläutern zwei Mitglieder der Live Coding Laptop Band „Benoît and the Mandelbrots“, wie sie mit der Sprache SuperCollider auf der Bühne improvisieren.  Außerdem stellt Stefan Hellfeld das „House of Living Labs“ des Forschungszentrums Informatik FZI vor. Christoph Schlenzig und Sabrina Merkel von Seven2one präsentieren mit SmartEnergyHub eine Business Intelligence Lösung für Smart Energy Geschäftsmodelle. Und Professor Walter Tichy beschreibt eine erstaunliche Erfolgsserie: Schon seit Wintersemester 2011/2012 hat das Institut die Pflichtveranstaltung „Praktikum der Softwareentwicklung“ so gestaltet, dass das Praktikumsergebnis zu einem Wettbewerb, dem „Imagine Cup“, eingereicht werden kann und produziert seither à gogo Gewinner. Außerdem lästert Matthias Hornberger, der Vorstandsvorsitzende des Cyberforums, in seiner Kolumne Cybertrends anschaulich über das Wort „Existenzgründer“. Warum? Die Antwort lesen Sie auf Seite 27 im VKSI Magazin 11.

„Journalisten leben nicht von Luft“ | NDR.de – Nachrichten – Netzwelt

Immer noch sehr freigiebig, das Modell der Süddeutschen Zeitung mit zehn frei zugänglichen Artikeln pro Woche, aber Stefan Plöchinger, der VErantwortliche für den Online-Auftritt schätzt, dass sich so Nutzer „mit der Frage von Finanzierung von Journalismus beschäftigen . Viele Menschen sind das im Netz gar nicht gewohnt, sich damit auseinandersetzen zu müssen.“

http://www.ndr.de/nachrichten/netzwelt/Journalisten-leben-nicht-von-Luft,paidcontent108.html

Ich bereue nichts. Ein Projekt über die NSA und Edward Snowden am Badischen Staatstheater

Ich bereue nichts

Ein Stück über Edward Snowden am Badischen Staatstheater
Interview mit dem Dramaturg und Autor Konstantin Küspert

In einer der ersten Szenen kommt der Schauspieler nackt auf die Bühne, vor sich trägt er einen Bildschirm. Vielleicht sei das ja das Bild der totalen Überwachung, spricht er ins Publikum, denn in der Vorbereitung des Stückes habe der Regisseur ihn nicht nur gezwungen, sich selbst auszuziehen, sondern auch, seine Google Daten hacken zulassen. Anschaulich zeigt er, was man aus seinen Daten herauslesen kann. Detailliert erläutert er dem Publikum, was man auf diese Weise über sein Leben erfahren kann. Termine2013-09-17 14.38.16

Susann Mathis: Das Theater erscheint vielen Menschen eine elitäre Ein­richtung, die von der normalen Welt abgeschlossen ist. Das Karlsruher Staatstheater selber scheint sich aber überhaupt nicht abzuschließen.

Konstantin Küspert: Das Staatstheater ist ja kein reiner Kunstbetrieb, sondern wir machen Kultur und haben damit auch einen Bildungsauftrag und einen Repräsentationsauftrag in der Stadt, d.h.: Wir machen für viele verschiedene Leute Theater. Wir wollen eben nicht nur unser Abonnentenpublikum erreichen, sondern auch ganz neue Schichten erschließen. Ob mit der Gründung des Jungen Staats­theaters oder Projekten für Migranten und für Menschen, die nicht aus einem akademisch geprägten Hintergrund kommen: Es gibt ein großes Bestreben von der Leitung des Theaters, diese ansonsten hermetisch wirkende Institution Theater zu öffnen.

SM: Was bringt einen Theatermacher dazu, sich mit den Methoden seiner Welt eines aktuellen Problems anzunehmen?

KK: Ich begreife meinen Auftrag vielleicht als eine Mischung aus Volkshochschule, Zeitung und Kulturbetrieb. Und dabei greifen wir auch, denn auch das ist unsere Aufgabe, Themen auf, die die Gesellschaft bewegen, die einen Einfluss auf die Gesellschaft haben. Wir haben schon einmal, in einer ähnlichen Konstellation wenn gleich auch in einer größeren Gruppe ein aktuelles Thema aufgegriffen, zum Thema »NSU«, und so lag es nahe, wieder mit dem gleichen Regisseur Jan-Christoph Gockel und Thomas Halle, dem Schauspieler, ein aktuelles Thema aufzugreifen und nach theatralen Umsetzungen zu suchen.

Konstantin Küspert_webDer Autor und Dramaturg Konstantin Küspert. Foto: Susann Mathis

SM: Wie sieht eine solche Suche nach theatralen Umsetzungen aus – wenn man also weit darüber hinausgehen will, Gescheh­nisse einfach nur abzubilden oder vielleicht einen Protest zu schüren?

KK: Wir haben sehr lange recherchiert, wir haben uns mit vielen Leuten getroffen, unter anderem mit IT-Spezialisten von der Karlsruher Sicherheitsinitiative und Leuten aus dem Umfeld von Snowden. Wir haben sehr viel gelesen und uns zu Brainstor­mings immer wieder zusammengesetzt. Und dabei sind Fragen entstanden wie zum Beispiel: Kann es nicht sein, dass Snow-den einfach nur gegen Schimären kämpft? Daraus entstand das Bild, den Schauspieler in einer Szene wie Don Quijote gegen Windmühlen kämpfen zu lassen. Ein anderes wichtiges Bild ist die Überwachung. Dieses Gefühl, sich nackig zu machen vor den Überwachungsmechanismen der NSA – da haben wir dann eben den Schauspieler nackig gemacht. Wir haben alle sehr viel geschrieben, auch Thomas Halle, der Schauspieler, daraus haben wir dann destilliert und das Stück in einer sehr knappen Proben-phase – wir hatten eigentlich nur zwei mal eine Woche – zügig zusammengebaut.

Das Stück beginnt mit der Suche nach dem richtigen Bild – Ein einzelner Schauspieler, Thomas Halle, kommt auf die Bühne oder richtiger: er hat seine Garderobe am Rand der Bühne eingerichtet und tritt in die Mitte. Dort beginnt mit der Suche nach dem ersten Bild des Stückes. Mit einem Rubik’s Würfel in der Hand beschreibt er eine fiktive Szene in einem Mos­kauer Tunnel – eine Fahrt zur Person Edward Snowden. Doch er verwirft diesen ersten Versuch: »das wird nicht das erste Bild sein«. Viele weitere erste Bilder wird er noch ent- und verwerfen: Snowdens Begegnung mit den Journalisten Greenwald und Poitras oder die Aufzeichnung der Antwort von James Clapper vor dem US Kongress »No Sir, not wit-tingly«, Elemente aus der Geschichte und Szenen aus Snow-dens Biografie. Auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage, wo die Intention Snowdens herkommt, woraus sich dieser Charakter entwickelt hat, trifft er keine Entscheidung – dem Zuschauer bleibt die Wahl.

SM: Das bedeutet aber auch, dass auch für Autoren beim Thea­ter die Teamarbeit sehr wichtig ist, das stellt man sich norma­lerweise anders vor.

KK: Es gibt dieses klassische Autorending, dass man sich zurück­zieht für mehrere Monate und dann ein Werk entsteht, dass man aus sich heraus geschöpft hat. Jedoch gerade beim Theater ist es eine große Chance, einen Text gemeinsam mit dem Regisseur und den Schauspielern zu entwickeln, und gleichberechtigt daran zu arbeiten. Jeder mit der ihm gegebenen Speziali­sierung und dem im gegebenen Fokus. Das ist wesentlich effektiver, als wenn man sich einem solchen Stoff alleine nähert.

SM: Wie hat die Beschäftigung mit dem Thema Überwachung Sie und Ihre Kollegen verändert?

KK: Thomas Halle hat hier sicher den größten Sprung von uns allen gemacht. Er hatte sich vorher lediglich mit den Grundfunktionen seines Smartphones ausgekannt, seit unserer Recherche verschlüsselt er jede einzelne seiner E-Mails. Und kennt sich jetzt auch wirklich gut aus. Und ist auch in der Lage, beide nach Gesprächen mit den Zuschauern Fragen zu beantworten, die für das Stück inhaltlich relevant sind.

»Müssen wir doch erkennen, dass das iPhone, auf das wir alle so sehnlich warten, nur eine Wanze ist, mit der man zufällig auch telefonieren kann«, sagt der Schauspieler, bevor ein Überseekoffer auf die Bühne rollt und er mit den Zuschauern ein Tutorial beginnt: Der Schauspieler erläu­tert PGP Verschlüsselung – Pretty Good Privacy – für alle. Während er die einzelnen Schritte der Verschlüsselung erläu­tert, wird ihm aus dem Überseekoffer ein Kettenhemd überge­streift, eine Rüstung über das Ketten­hemd gezogen. Bei dem Schritt, dass er nun eine Signatur und ein kleines Schloss in seinem Mailprogramm besitzt, wird die Rüstung um gepanzer­te Arme ergänzt. Am Ende verteilt er Rüstungen im Zuschauerraum, um über­haupt mit ihnen kommu­nizieren zu können. Doch »er fühlt sie nicht«. Entwe­der sicher oder nackt, lautet seine Schlussfolgerung.

SM: Informationstechnologie spielt eine große Rolle in unse­rem Leben heute und mutet dann in diesem Zusammenhang auch sehr bedrohlich an, umso mehr, da nur noch Spezialisten verstehen, was da geschieht. Wie war es, das Thema mit IT-Spezialisten zu behandeln?

KK: Was uns zum Beispiel am Anfang immer fasziniert hat, war die Sprache der Spezialisten. Wenn es darum geht, ob eine Ver­schlüsselung sicher oder weniger sicher ist, dann lautet etwa ein Argument: »das ist sehr starke Mathematik«. Das klingt für Außenstehende natürlich erst mal ein wenig wie »das ist sehr starke Magie«. Es war sehr lehrreich zu sehen, wie die Infor­mationstechnologie in unser alltägliches Leben eingreift. Sie ist grotesk omnipräsent und gleichzeitig ist uns in dieser Phase zum ersten Mal klar geworden, dass es sich im Prinzip nur um komplexe Rechenaufgaben handelt.

SM: Snowden ist ja eine erstaunliche Figur. Er verschließt sich seinen Erkenntnissen nicht, sondern zieht seine Konsequen­zen. Inwieweit ist Snowden ein Held, eine Ausnahmeerschei­nung?

KK: Oberflächlich betrachtet taugt Edward Snowden wirklich nur sehr bedingt zum Helden. Er ist dieser blasse, nerdige Compu-tergeek, der am Anfang auch immer mit dieser geklebten Brille aufgetreten ist. Man weiß von ihm, dass er sich freiwillig für den Kriegseinsatz gemeldet hat, sich aber dann im Trainingslager beide Beine gebrochen hat. Er entspricht dem Klischee eines introvertierten, schmächtigen Nerds und nicht dem Klischee des Superman. Viele Informationen aus seinem Privatleben hält er zurück. Auch das mindert seine mediale Verwertbarkeit. In anderer Hinsicht taugt er dann aber doch zum Helden, nämlich weil er systematisch ein Ziel verfolgt hat. Denn hat sich ja wirk­lich einstellen lassen mit dem Ziel, diese Daten zu stehlen, dann hat er über eine lange Zeit schon den Kontakt zu Greenwald und Poitras aufgenommen – d.h. er hat sich über lange Zeit hinweg in Gefahr begeben. Das war keine Kurzschlusshandlung. Und das erfordert viel Mut. Er hat ein gefestigtes Set an moralischen Regeln und denen ist er gefolgt. Und das war sicherlich nicht leicht für ihn und das ist vielleicht wiederum das, was ihn tat­sächlich zum Helden macht. Für uns ist er in jedem Fall ein Held.

„Ich bereue nichts“. Ein NSA-Projekt von Jan-Christoph Gockel, Thomas Halle & Konstantin Küspert.

 

Vier Fragen an den IT-Sicherheitsexperten Dirk Fox, einer der Partner in der Recherche und Vorbereitung des Theaterstücks:

1 Die Autoren des Stücks »Ich bereue nichts…« wurden von Euch, das heißt von der Karlsruher IT-Sicherheitsinitiative beraten. Wie kam der Kontakt zustanden und was hat Euch als IT-Spezialisten daran interessiert?

Dirk Fox: Die Autoren hatten sich an das CyberForum gewendet, um Kontakt zu Spezialisten im IT-Sicherheitsbereich herzustellen. Für uns ist es eine ganz großartige Geschichte, dass sich Künstler mit dem Thema IT-Sicherheit, Big Data, Verschlüsselung etc. beschäftigen. Wir erreichen schon mit den Anti-Prism-Parties sehr viele Menschen, aber über das Theater wird nun noch mal eine ganz neue Gruppe von Menschen angesprochen.

2 Konstantin Küspert, einer der Autoren sagte, für ihn klinge »starke Mathematik« wie »große Magie«. Wie ist es umgekehrt für Euch gewesen, mit den Künstlern mathema­tische Themen zu bearbeiten?

Dirk Fox: Gerade das Thema Verschlüsselung ist eines unserer Tech­nikthemen, das am weitesten weg ist von der Kunst. Kunst will das Gegenteil von verschlüsseln, Kunst will öffnen. Die beiden Themen sind wie Feuer und Wasser. Verschlüsselung und Daten-schutz behandelt viele technische und darüber hinaus auch noch rechtliche Detailfragen, die sehr trocken sind und von Außenste-henden nur schwer zu fassen. Dennoch haben wir eine Brücke gefunden und zwar die Persönlichkeit von Edward Snowden. Über seine – wahre – Heldengeschichte und die Frage: »Warum hat er sein Leben geopfert?« sind wir das Thema gemeinsam angegangen.

3 Ist denn Kunst oder speziell das Theater überhaupt ein auch für die Zukunft gangbarer Weg, schwierige Tech­nikthemen für eine breite Öffentlichkeit verständlich zu machen?

Dirk Fox: Ich finde es hervorragend, wie sich die Künstler in das Thema hinein gearbeitet haben, denn ganz klar kommt hier auf die Kunst eine große Rolle zu. Wir haben ja auch schon im Vorfeld Anti-Prism-Partys veranstaltet und dabei große Unterstützung vom ZKM und seinem Leiter Peter Weibel bekommen, denn er hat ganz klar gesehen und argumentiert: Das Thema hat mit Freiheit und damit originär auch mit Kunst zu tun.

4 Wie gefällt dir das Ergebnis?

Dirk Fox: Ich bin begeistert. Die Autoren haben großartige Bilder gefunden. Das Stück wirft viele Fragen auf, die es – natürlich – nicht beantworten kann. Das kann das Theater den Zuschauern nicht abnehmen.

Aber das Wichtige ist: Das Stück bietet vielen Menschen einen Zugang zu der Frage, welche Implikationen die Technik auf unsere Gesellschaft hat und damit ist es wegweisend. Was die Kunst natürlich nicht kann, das ist, die Blackbox aufzuboh­ren. Sie kann das Technikding nur umkreisen, sie kann nicht eintauchen, aber das liegt in der Natur der Sache.

Dirk Fox: Vorstand des Cyberforum e.V., Geschäftsführer der Secorvo Security Consulting GmbH und Ini­tiator der Karlsruher IT-Sicherheitsinitiative (KA-IT-Si), ist Diplom-Informatiker und  beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit Fragen der Informationssicherheit und des Datenschutzes in Forschung, Entwicklung und Beratung.

erschienen im VKSI Magazin 12

WIEDERAUFNAHME 11.10.2015 STUDIO, Termine

Preis für Thomas Halle

Der Schauspieler Thomas Halle erhielt für seine Leistung in der Inszenierung den diesjährigen Günther-Rühle-Preis. Die Jury des Günther-Rühle-Preises bezeichnete den Preisträger Thomas Halle in ihrer Begründung als »virtuosen Spieler und als jemanden, der zum Denken anregt«. Halle stelle sich in »Ich bereue nichts« »dem Phänomen Edward Snowden und der durch ihn ausgelösten Überwachungs-Debatte« mit »Dring­lichkeit und Unbedingtheit«, er bringe »sich und seine Person buchstäblich selbst ins Spiel und wird so im besten Sinne Iden-tifikations- und Spiegelungsfigur für uns, die wir dem Thema der totalen Überwachung bislang wohl mehr oder weniger indifferent (bis ignorant) gegenüberstanden«.

 

Das neue VKSI-Magazin ist erschienen

Das VKSI Magazin 11 im Januar 2015 widmet sich einem besonderen IT-Thema und gleichzeitig einer Karlsruher Besonderheit: Musik-Informatik an der Musikhochschule Karlsruhe. Dazu stellen wir in unserer Serie “Karlsruher Köpfe“ den Gründer des Instituts, Prof. Dr. Thomas A. Troge, vor. Im Interview mit Susann Mathis spricht er über Programmieren, Komponieren und Kreativität. In einem zweiten Interview in der Serie „Karlsruher Softwaregespräch“ erläutern zwei Mitglieder der Live Coding Laptop Band „Benoît and the Mandelbrots“, wie sie mit der Sprache SuperCollider auf der Bühne improvisieren.Das Thema wird live auf dem Entwicklertag im Mai 2015 fortgeführt: Professor Troge wird eine Keynote halten und  Benoît and the Mandelbrots werden ein Konzert geben.

weitere Themen:

  • Außerdem stellt Stefan Hellfeld das „House of Living Labs“ des Forschungszentrums Informatik FZI vor, fzi.de
  • Christoph Schlenzig und Sabrina Merkel von Seven2one präsentieren mit SmartEnergtyHub eine Business Intelligence Lösung für Smart Energy Geschäftsmodelle. seven2one.de
  • Und Professor Walter Tichy beschreibt eine erstaunliche Erfolgsserie. Schon seit Wintersemester 2011/2012 hat das Institut die Pflichtveranstaltung „Praktikum der Softwareentwicklung“ so gestaltet, dass das Praktikumsergebnis zu einem Wettbewerb, dem „Imagine Cup“, eingereicht werden kann und produziert seither Gewinner. http://ps.ipd.kit.edu/
  • Und auch Neuigkeiten zur Nachwuchsförderung gibt es: Das informatikBOGY sucht für die vielen Schülerinnen und Schüler, die sich für Informatik interessieren, weitere Kooperationsunternehmen für die einwöchigen Praktika. http://bogy.zukunft-informatik.de/
  • Dirk Fox beschreibt mit der Karlsruher Technik-Initiative ein Projekt zur Förderung der Technik-Kompetenz an Karlsruher Schulen. http://robotiklab.wordpress.com/
  • Am Schluss lästert Matthias Hornberger, der Vorstandsvorsitzende des Cyberforums in seiner Kolumne Cybertrends anschaulich über das Wort „Existenzgründer“. Warum, das lesen Sie auf Seite 27 im VKSI Magazin 11.

Viel Vergnügen bei der Lektüre, entweder des gedruckten Magazins (liegt aus), der Online-Click-Ausgabe http://issuu.com/vksi/docs/vksimagazin_11_141204-8_web/0 oder des PDFs

 

churnalism

One Word a Day (http://owad.de) lehrt jeden Tag ein neues Wort. Diesmal gefällt mir besonders gut: churnalism

„The use of ready-made press release material copied wholesale into a newspaper article as if it were the journalist. (Wordnik)“


Churnalism is a buzzword that blends „churn“ and „journalism,“ thus creating a portmanteau that refers to unoriginal journalism, which of course implies low quality. BBC journalist Waseem Zakir has been credited for coining the term when he said:

„You get copy coming in on the wires and reporters churn it out, processing stuff and maybe adding the odd local quote. It’s affecting every newsroom in the country and reporters are becoming churnalists.“

Although Zakir is said to have coined the expression, it first gained popularity with the publication of „Flat Earth News,“ a book by British journalist Nick Davies in which he cites a study claiming that more than 80 percent of British news articles are not original and that a mere 12 percent are actually written by journalists.

Whatever one wants to call re-writing existing press releases for publication under another name or masthead – some would call it plagiarism – the practice is not new. The difference is that today the practice has become more prevalent and much easier because of the ubiquity and speed of the Internet.


SMUGGLE OWAD into today’s conversation

„A lot of what I receive in my online newsreader is just churnalism.“